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Im Gespräch mit Julia Schaar

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Im Gespräch mit Julia Schaar

„Ich war 12 Jahre alt, stand mit Tausenden anderen Leuten am Villacher Hauptplatz und war so wie alle anderen komplett in den Bann eines Mannes gezogen, der dort eine politische Brandrede der Sonderklasse hielt.“ Mit diesen Worten schildert....
 
...Mag. Julia Schaar ihre erste Begegnung mit der Politik. Ihre ambitionierte Einstellung ist es, die sie trotz ihrer Jugend bereits in das Amt der Landesparteidirektorin brachte.

Mag. Julia Schaar
wurde am 13. Jänner 1982 in Villach geboren. Sie besuchte in St. Martin das Gymnasium mit dem Schwerpunkt Sprachen. Nach der Matura studierte sie Publizistik in Klagenfurt. Zusätzlich absolvierte sie auch noch einen Universitätslehrgang für Sportmanagement. Seit 2003 ist sie bei der Jungen ÖVP Kärnten, zuerst im Präsidium und später von 2007- 2009 als Landesobfrau. Seit 2009 ist sie Landesparteidirektorin.


Julia_Schaar_DSC_7900

Wer ich bin….
Ein guter Morgen beginnt für mich mit ausschlafen und viel Kaffee
 
Am besten entspannen kann ich mich egal wo, Hauptsache es hat mit Wasser zu tun.

Das schönste an meinem Beruf ist viel mit Menschen zu tun zu haben

Lebensmotto: Das Glück beruht oft nur auf dem Entschluss, glücklich zu sein.


Wie sind Sie zur Politik gekommen?
Schaar: Im Alter von 12 Jahren ging ich nach der Schule zum Busbahnhof.  Mitten am Hauptplatz bejubelte eine gigantische Menschenmenge einen Politiker, der gerade eine Wahlrede hielt und die Leute mit seinen Worten regelrecht in seinen Bann zog. Ich war total fasziniert und da ich daheim angekommen noch immer nicht mit dem Schwärmen aufhörte, erkundigte sich meine Mutter nach dieser Person und es stellte sich heraus, dass es eine Abschlusskundgebung von Jörg Haider gewesen war. Mich begeisterte nicht so sehr der Inhalt seiner Rede sondern seine Art und Weise sich auszudrücken. In dem Moment wurde mir klar, dass ich genau das lernen wollte: Menschen dermaßen begeistern und motivieren zu können wie er.

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Warum haben Sie die ÖVP als politische Richtung gewählt?
Schaar: Dieser Kindheitstraum Politikerin zu werden ist dann aber irgendwie wieder eingeschlafen und in Vergessenheit geraten. In meiner Schulzeit war ich zwar in der Schülervertretung aktiv, aber eines Tages in die Politik zu gehen, war damals keine Option. Während der Studienzeit absolvierte ich ein Ferialpraktikum beim Wirtschaftsbund. Diese drei Monate machten mir so viel Spaß, dass ich weiter dabei bleiben wollte. So kam ich zur Jungen ÖVP. Das Faszinierende an meiner dortigen Tätigkeit war, dass mir vor Augen geführt wurde, was man als junger Mensch alles bewegen kann.

Ein Motto, dass Sie auf ihrer Homepage gepostet haben ist „es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen“. Woher kommt ihre ambitionierte Haltung?
Schaar:  Die Kärntner werden von Außenstehenden oft als Jammerer und Nörgler abgetan. Ich habe durchaus Verständnis für die Kärntner Mentalität, da einiges in unserem Land schief läuft. Es ist mir aber ein Anliegen, die Leute dazu zu motivieren, Dinge selbstständig anzupacken, denn jeder kann seine Zukunft selbst gestalten. Wenn mir etwas am Herzen liegt, dann versuche ich es sofort anzugehen, denn morgen kann es schon zu spät sein. In diesem Sinne spreche ich vor allem auch die jungen Kärntner an, denn besonders die Jungen haben die Möglichkeit etwas zu bewegen, sich auch mal kritisch zu Wort zu melden und so ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. 

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Welcher Aufgabenbereich kommt Ihnen als Landesparteidirektorin zu?
Schaar: Ich bin für den organisatorischen Bereich zuständig, das bedeutet unter anderem, die operative Umsetzung. Zu meinem Aufgabenbereich zählen Marketing, Organisation, PR und die Personalkoordination der Bezirke.

Sie sind ehrenamtlich im Pfarrgemeindeamt der evangelischen Kirche tätig. Wie wichtig ist Ihnen gemeinnützige Arbeit?
Schaar: Ich selbst bin ein sehr religiöser Mensch. Dazu zählt für mich vor allem auch, die christlichen Werte zu leben. Ein Sprichwort besagt „Ein Mensch ohne Werte ist ein wertloser Mensch.“ Und dem kann ich nur voll zustimmen. Wenn ich mich einer Sache widme, dann mache ich das mit Leib und Seele. Da ich aber aus beruflichen Gründen nur wenig freie Zeit zur Verfügung habe und ich für Halbherzigkeiten nicht zu haben bin, entschloss ich mich dazu, nur noch innerhalb der Kirche tätig zu sein und meine anderen gemeinnützigen Tätigkeiten abzugeben.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Schaar: Eine meiner Leidenschaften ist das Acrylmalen. Unlängst hatte ich auch schon meine erste Vernissage. Beim Malen kann ich abschalten und meine Gedanken fließen lassen. Einen Ausgleich bietet für mich auch das Reisen in fremde Länder. Derzeit trainiere ich fleißig für einen Halbmarathon. Lesen ist mir auch sehr wichtig. Ein Spleen von mir ist, wenn mir ein Autor gefällt, dass ich all seine Werke lese. Ich lese auch gerne Asterix-Comics was für einige vielleicht kindisch erscheinen mag.

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Was wünschen Sie sich für und von den Kärntnern?
Schaar: Kärnten ist ein Land das liebenswert ist. Wir sind ein Volk, das in ganz Österreich geschätzt wird. Mich persönlich macht es traurig, dass 20% der Jugend nach abgeschlossener Ausbildung, in andere Bundesländer auswandert. Mir wäre es wichtig der Jugend zu zeigen, dass Kärnten ein attraktives Land ist, mit guten Ausbildungs- und Berufschancen. Was mir an Kärnten besonders gefällt ist die Kärntner Kultur und Traditionsgebundenheit. Ich finde das ist etwas, worauf jeder Kärntner stolz sein kann. Und wenn’s auch mal ein unrealistischer Wunsch sein darf, dann wäre das wohl: Speck und Käsnudel auf Lebenszeit für alle Kärntner. (lacht)

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Gibt es etwas, dass Sie an der Politik ändern würden?
Schaar: Es gibt einiges was ich an unserer politischen Kultur als änderungswürdig empfinde. Mir gefällt es nicht, wie in politischen Auseinandersetzungen miteinander umgegangen wird. Sehr oft kommt es zu einer entgleisenden Wortwahl, die meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist. Immerhin sollte man sich als politische Person darüber im Klaren sein, dass man eine Vorbildwirkung hat.

Sie haben in Ihrem jungen Leben bereits sehr viel erreicht. Welche Ziele streben Sie noch an?
Schaar: Ein politisches Ziel, dass ich noch vor Augen habe ist ein Platz im Nationalrat. Einen hohen Stellenwert in meinem Leben hat für mich die Familie. Einer meiner Wünsche für die Zukunft ist natürlich selbst eine Familie zu gründen. Aber wie es die Kärntner Tradition verlangt, muss ich, um heiraten zu können, zuerst Kasnudeln krendeln lernen und das kann ich noch nicht! 

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Was war die bisher größte berufliche Herausforderung, der Sie sich stellten?
Schaar: Bei der letzten Nationalratswahl habe ich über 1400 Vorzugsstimmen bekommen. Es war eine harte Zeit, in der mich vor allem die Junge ÖVP tatkräftig unterstützt hat. In der Politik stößt man oft an Grenzen, die einen dazu bringen können, die Motivation zu verlieren. Meine Kraft schöpfe ich vor allem aus der Arbeit mit jungen Leuten, von denen man so viel zurückbekommt. Ich kann mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Jugend Politik verdrossen ist. Leider wird ihr Engagement, dadurch das man sie oft nicht ernst nimmt, zu Nichte gemacht.

Wenn man in einer führenden Position ist, dann hat man auch sehr große Verantwortung. Wie gehen Sie damit um?
Schaar: Da ich nicht von heute auf morgen diese Position bekommen habe, sondern durch meine vergangenen Tätigkeiten in dieses Amt hineingewachsen bin, habe ich gelernt, wie man mit Verantwortung umgeht. Eine große Herausforderung war und ist es, sich als junge Frau in dieser von Männern dominierten Branche Gehör zu verschaffen. Respekt zu bekommen braucht Zeit. Ich bin aber auch der festen Überzeugung, dass das positive Zugehen auf Menschen dazu führt, auch etwas Positives zurück zu bekommen. Jugend und Aussehen sind nicht immer von Vorteil, weil viele Menschen dazu tendieren einen auf dieses zu reduzieren.


Als Mitglied einer politischen Partei ist man oft der öffentlichen Kritik ausgesetzt. Wie ist Ihr persönlicher Umgang, mit Kritik?
Schaar: Am Anfang meiner Karriere fiel es mir schwer die nötige Distanz aufzubauen. Ich tendierte dazu, alles persönlich zu nehmen. Einer meiner Mentoren machte mir eindringlich klar, dass ich unbedingt lernen musste, Dinge auch mal an mir abprallen zu lassen. Das war ein langer, aber auch wichtiger Lernprozess. Natürlich trifft mich Kritik auch heute noch, aber ich denke, Gefühle zuzulassen ist wichtig und ein Zeichen von Menschlichkeit. Es ist nichts wofür man sich schämen müsste. Ich bin heute in der Lage verletzende und unproduktive Kritik auszublenden. Feedback ist für mich essentiell. Ich verachte jedoch persönliche Untergriffe, die nur dazu dienen, jemanden zu verletzen. Leider tendiert die Medienwelt dazu, vor allem über Negatives und Populistisches zu berichten. Seriöse Themen kommen dabei viel zu kurz.

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Gibt es eine Situation in Ihrer Karriere in der Sie besonders stolz waren?
Schaar: In einer Radiodebatte mit Landeshauptmann Dörfler, zum Thema Frauenpolitik, bekam ich sehr viel Lob für die Art und Weise, in der ich meine Position argumentierte. Obwohl sich im Vorfeld bei mir Nervosität breit gemacht hat, war ich im Nachhinein sehr stolz darauf, die Herausforderung angenommen zu haben.

Was verschafft Ihnen Ausgleich zu Ihrem Beruf?
Schaar: Die Politik ist vielfach ein sehr negatives Geschäft, das vor allem davon lebt, zu nehmen. Ich glaube an das Prinzip der energetisch-spirituellen Anziehung, das besagt, was ich ausstrahle, bekomme ich auch wieder zurück. Diese Lebenslehre der besonderen Art bietet mir auch die Möglichkeit den Menschen etwas zurückzugeben und Lebensfreude auszustrahlen. Jeder Tag der nicht in Lebensfreude gelebt wird, ist ein verlorener Tag! Es ist mir ein großes Anliegen, das auch weiterzugeben. Ich habe auch gelernt damit aufzuhören andere zu bewerten und zu beurteilen. Dazu zählt auch Toleranz für die Einstellung der anderen zu haben.

Fotograf: Klaus-Ingomar Kropf
01.07.2010

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Montag, 25. November 2013 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Karin Bernhard

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Im Gespräch mit Karin Bernhard

„Ich war ein Tschuschenkind“. sagt sie. Heute ist Karin Bernhard nicht nur eine Institution beim ORF in Kärnten, sie hat durch ihr „kärnten dabei“ eine Art Revolution im österreichischen Fernsehen ausgelöst... weiter lesen 

 

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Montag, 25. November 2013 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Alexander Todor-Kostic

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Im Gespräch mit Alexander Todor-Kostic

„Auch wenn du weit oben bist, darfst du nie völlig abheben.“ Mit diesen Worten charakterisiert Rechtsanwalt Mag. Alexander Todor-Kostic, einer der renommiertesten Wirtschaftsanwälte Kärntens, seine Lebens- und Berufseinstellung...
 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit  Georg Holzer

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Im Gespräch mit Georg Holzer

“Es besteht die große Gefahr der Vereinsamung in einer rein virtuellen Welt“, sagt einer, der es wissen muss.

„Allerdings“, so der New-Media-Profi und Journalist Georg Holzer, „hat das Internet die sozialen Kontakte ungemein bereichert“.
 


„Ich habe mich schon als kleiner Bub für Computer interessiert, die sind heute natürlich uralt“, erzählt der 1973 in Klagenfurt geborene Georg Holzer. Sein Weg zum Journalismus passierte relativ schnell: Nach der HAK und dem Studium der Betriebswirtschaftlehre hatte er sich „ziemlich pleite in Schweden herumgetrieben“. Nach seiner Heimkehr nahm er sich ein Herz und sprach im Jahre 2000 den Wirtschaftschef der „Kleine Zeitung“, Adi Winkler, an: „Ich heiße Georg Holzer, kann deutsch und suche einen Job.“



Er bekam ihn – und startete sogleich voll durch. „Die Zeitung schreibt zwar für jedermann, aber nicht für jedermanns Inhalte“, postulierte Holzer. Politik, Wirtschaft, Kultur und Tourismus seien zwar gut aufgestellt, nicht aber die „Technik“, die „Teil unseres Lebens“ sei. „Das ist die Wirtschaft von heute“, betonte Holzer, und man gab ihm in seiner Zeitung recht. Heute ist Georg Holzer in Kärnten der anerkannte Experte für die so genannten „Neuen Medien“.


Georg, Du warst der erste  Kärntner Journalist mit Laptop bei Pressekonferenzen.
Die Zeiten haben sich nun einmal geändert. Damals bin ich von den Kollegen bestaunt und wohl auch zum Teil belächelt worden, heute ist es ganz normal, keinen Kugelschreiber mehr zu verwenden.


Du warst 20, als das Internet in Österreich einen Einzug gehalten hat, und jetzt?
Die Geschwindigkeit und Effektivität, mit der sich dieses Medium weltweit verbreitet hat, haben wohl die kühnsten Optimisten nicht vorhergesehen. Es ist heute, nach nur wenigen Jahren, unvorstellbar, was sich in der weltweiten Kommunikation getan hat. Und es wird sich noch einiges tun.


Inwiefern?
Die Welt wird offener, transparenter werden. Heute kann jeder die EU-Förderungen, die sein Nachbar erhält, im Internet nachlesen, in Großbritannien müssen die Abgeordneten ihre Spesen virtuell offenlegen. Das finde ich gut. Das Internet wird dazu beitragen, eine neue politische Kultur zu schaffen, nämlich eine der Offenheit gegenüber den Bürgern.


Droht da nicht die gläserne Welt, der „Big Brother“?
Das haben wir sowieso, nur wissen die Menschen nichts davon. Es gibt heute kaum jemanden, der nicht x-mal pro Tag von offiziellen, halb offiziellen oder privaten Videokameras gefilmt wird, dessen Lebensgeschichte in Polizeidateien existiert oder der von irgendwelchen missgünstigen Menschen vernadert wird. Im Net ist das wenigstens „offiziell“ und kann von jedermann eingesehen werden. Auch gibt es hier strikte Regeln, die für jedermann gelten.


Aber doch der „gläserne Mensch“?
Ja, keine Frage. Aber hier gibt es bereits intensive Bestrebungen nach einer einheitlichen Regelung, sprich Gesetzgebung. In Europa wird das zu schaffen sein, doch weltweit mittelfristig wohl kaum.


Und trotzdem bist Du ein Verfechter des Neuen?
Aber ja. Als Journalist kann ich jetzt nicht nur die Leser meiner eigenen Zeitung ansprechen, sondern weltweit hunderttausende, wenn nicht Millionen von Menschen. Und was besonders faszinierend ist: Du bekommt sofort Reaktionen, du wirst also blitzschnell an deiner Aussage beziehungsweise Meinung gemessen und zu einer Antwort aufgefordert. Früher waren die Meldungen einer Zeitung sakrosankt, dann gab es die Leserbriefe, und heute die direkte Konfrontation zwischen dem Kommunikator, sprich Schreiber, und dem Rezipienten, sprich dem Leser.


Internet for ever?
Nein, die gedruckte Zeitung wird weiter bestehen. Die Menschen wollen etwas „in der Hand haben“ und ganz in Ruhe darin blättern – bei einem Kaffee. Aber die Zukunft gehört sicher dem Internet, das wissen auch die Medien von heute. Du findest inzwischen jede Zeitung online, und die Homepages werden immer professioneller gemacht.


Liest das die Jugend?
Nicht automatisch. Die Jugend sucht nach bestimmten Inhalten, und die findet sie im Internet. Früher musste man im Duden oder Brockhaus nachschauen, wenn man etwas Spezifisches wissen wollte. Aber wer hatte schon die richtigen Nachschlagewerke zu Hause? Damals galten auch die Antworten bei diversen Radioquiz-Sendungen etwas, heute brauchst du nur einen schnellen Partner am Laptop.


Siehst Du eigene Internet-Zeitungen?
Aber ja! Die Zeit ist reif für eine neue Tageszeitung, und zwar nur im Net. Da gibt es hundertfache Möglichkeiten: ein „Time“-Magazin für den deutschsprachigen Raum, ein Blatt für „Gier und Glimmer“ bis hin zur „Lustigen Katzen- und Hundezeitung“. Das alles wird ein Bombenerfolg.


Und warum machst du das nicht selbst?
Ich bin noch nicht ganz soweit. Derzeit arbeite ich – im Einklang mit meinem Job bei der „Kleine Zeitung“ an ………….


Jemand sagte, in seiner Jugend habe er noch echte Freunde gehabt, nicht Facebook?
Ja, da besteht zweifellos die Gefahr einer Vereinsamung in einer virtuellen Welt. Du hast heute zwar mehr, aber wohl viel weniger wirkliche „Freunde“. Dazu kommt eine gewisse Verklemmtheit – bist du in der Öffentlichkeit, wirst du viel weniger Menschen direkt ansprechen als es deine Eltern ohne Facebook getan haben (siehe Interview Otto Retzer).
Allerdings bietet das Internet allen Menschen, gleich welcher Gesinnung und innerlicher Einstellung, die Chance zu kommunizieren.


Bist Du noch ein „echter Journalist“?
Danke für diese Frage. Ja! Ein Journalist sollte Neugierde, Mitteilungskraft und Sinn für Gerechtigkeit in sich vereinen. ‚Ich glaube weder an den lieben Gott noch an den Bundeskanzler“ sollte die Devise lauten – aber unter der Prämisse, nachzufragen. Leider werden heute 90 Prozent der Nachrichten in die Welt gesetzt, ohne die andere, die  attackierte Seite, befragt zu haben. Das ist schändlich. Mir fehlt die ‚Ethik im Journalismus“. Und das hat mit den so genannten „neuen Medien“ nichts zu tun, es ist leider in fast allem Printmedien der Fall.


Könnte hier das Internet positiv entgegenwirken?
Ja, unbedingt. Hier gibt es Kontrolle und Gegenkontrolle, und zwar blitzschnell. Alles ist offener. Wenn Du heute in einer Zeitung attackierst oder sogar beleidigt wirst, hast du keine Chance auf Rehabilitierung. Im Internet geht das ganz schnell.


Liebst Du das „Netz“?
Ja, ich bin ein Junkie! Ich bin süchtig und war in den vergangenen fünf Jahren höchstens zwei Mal offline. Ich nütze und liebe das Netz in all seinen Aspekten: mit Freuden zusammen zu sein, soziale Kontakte zu knüpfen und diese dann auch zu pflegen, Menschen problem- und friktionsfrei zu helfen und vor allem: alles sagen zu können!


Und allgemein, was ist das Net für die Menschen?
Durch das Internet haben alle die gleichen Chancen – die Welt ist eine große Spielwiese.



Gespräch vom 15.09.2010

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus Ingomar Kropf Montag, 25. November 2013 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
INTERVIEW: Emanuel Dovjak

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INTERVIEW: Emanuel Dovjak


Emanuel Dovjak (Landesdirektor)
DONAU Versicherung

Landesdirektion für Kärnten und Osttirol
St. Veiterring 13 - 9020 Klagenfurt

 



Welches Geschäft betrieben Sie? In welcher Position sind Sie dort tätig? Sind Sie Eigentümer, Geschäftsleiter, etc.?

Ich bin Landesdirektor der Donau Versicherung in KÄRNTEN.

Welche Techniken setzen Sie ein, um sich zu entspannen, wenn Sie unter Druck stehen?
Ich setze auf autogenes Training und meine Familie

Was war der größte Verlust, den Sie in Ihrem Leben erlitten haben?
Den Tod meiner Mutter als ich 26 Jahre alt war.

Fünf Uhr nachmittags an einem typischen Sonntag - was machen Sie gerade?
Ich spiele mit meiner 6 jährigen Tochter.

Mit welchem Spielzeug haben Sie in Ihrer Kindheit am liebsten gespielt?
Ich und mein Bruder hatten einen gebrauchten Matador bekommen, genial!

Ist das Sternzeichen hilfreich für Sie, um das Verhalten der Menschen zu verstehen?
Überraschender weise sind gewisse charaktermerkmale tatsächlich in den jeweiligen sternzeichen erkennbar.

Ein Wort oder ein Spruch, den Sie lieben?

Wenn man nicht tun kann wie man will soll man tun wie man kann.

Was werden Sie wohl als Rentner machen?

Mich bemühen mit der staatlichen Pension auszukommen und garteln sowie kochen.

Wie erschaffen Sie neue Ideen für Ihr Geschäft? Machen Sie manchmal mit jemandem Brainstorming?
Ich denke großen Erfolg kann man nur im Team haben, bei uns ist jeder aufgerufen Ideen mitzuteilen!

Ist Markenware wichtig für Sie, wenn Sie einkaufen gehen?
Statussymbole unbedingt haben zu müssen, sind meines Erachtens eine altersfrage und damit ein Thema der persönlichen reife

Ist es in Ordnung für Sie, Trinkgeld zu geben?
Ja wenn die Leistung (zumindest) erwartungsgemäß war.

Boykottieren Sie eine Marke, wenn Sie erfahren, dass zur Herstellung Kinder aus der Dritten Welt arbeiten müssen, oder die Umwelt verschmutzt wird?
Soweit man den Informationen trauen kann, auf alle Fälle. Siehe EHEC und regionale Lieferanten!

Welche Erinnerung ist Ihre früheste, die Ihnen bis heute im Gedächtnis geblieben ist?

Das meine 2j Freunde weder meinen Vornamen noch meinen Nachnamen aussprechen konnten

Drei Wörter, die heutzutage sehr wichtig sind:

LERNEN-LEISTEN-LEBEN

Kann man positives Denken zur Gewohnheit machen?
Auf alle Fälle, ich sehe niemals grausame Themen im Fernsehen an, negative Gedanken machen negativ.

 


Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Robert Graf Fotografiert von: Klaus Kropf Montag, 25. November 2013 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
INTERVIEW: Mario Donner

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INTERVIEW: Mario Donner


Inerview mit Mag. Mario Donner, Marketing & Salesmanager,
Falkensteiner Hotels Katschberg, Falkensteiner Club Funimation Katschberg****, Falkensteiner Hotel Cristallo****
 

Welches Geschäft betreiben Sie? In welcher Position sind Sie dort tätig? Sind Sie Eigentümer, Geschäftsleiter, etc.? Marketing & Salesmanager der Falkensteiner Hotels Katschberg sowie Key Account Manager“ für die anderen Falkensteiner Hotels

Welche Hobbys haben Sie?  Segeln, Bewegung in der Natur vorzugsweis am Kreuzbergl in Klagenfurt oder natürlich am Katschberg, Zeit mit meiner Familie und Freunden aktiv verbringen

Fünf Uhr nachmittags an einem typischen Sonntag - was machen Sie gerade? Ich studiere die Auslastungszahlen und den Pick Up der letzten Woche

Gibt es einen Aberglauben, der Sie dazu bringt, Ihr Verhalten zu ändern? Nein, wir haben selbst die Verantwortung für unser Leben

Ein Wort oder ein Spruch, den Sie lieben? Liebe!  Liebe ist das einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Was werden Sie wohl als Rentner machen? Im Sommer den Wörthersee oder unseren Garten genießen, in den Nebensaisonen viel Reisen und hoffentlich mit meinen Enkelkindern wertvolle Zeit verbringen

Gibt es eine URL, wo wir Ihre Arbeit sehen können? www.katschberg.falkensteiner.com

Wie erschaffen Sie neue Ideen für Ihr Geschäft? Machen Sie manchmal mit jemandem Brainstorming?  Im Kopf frei sein – natürlich auch durch viele Gespräche. Mit offenen Ohren sowie Augen durch die Welt schreiten

Ist es in Ordnung für Sie, Trinkgeld zu geben?  Natürlich, wenn die Leistung stimmt

Finden Sie, dass die Katastrophenmeldungen zum Thema Klimawandel völlig überzogen sind?  Aber Hallo – die Frage ist wohl aus dem letzen oder gar vorletzten Jahrhundert

Boykottieren Sie eine Marke, wenn Sie erfahren, dass zur Herstellung Kinder aus der Dritten Welt arbeiten müssen, oder die Umwelt verschmutzt wird? Selbstverständlich – bei den Give Aways für die Falkensteiner Gäste achten wir auf diese Kriterien. Unsere Lieferanten verpflichten sich dazu – so haben wir u.a. zur Zeit Original Schweizer Messer aber auch Scarftücher aus Deutschland

Wie weit vertrauen Sie Statistiken?  Immer - wenn ich sie gemacht habe…

Glauben Sie, dass viele Krankheiten durch einen kranken Kopf verursacht werden? Ja – unser Geist herrscht über Materie

Ist Liebe eine kreative Herausforderung? Ich habe am 1. Juni meine Frau Sabine in der Marienkappel am Katschberg geheiratet. Unsere beiden Töchter Greta und Rosa sind die sichtbaren Zeichen unserer Liebe  - und die beiden sind äußerst kreativ…
Kann man positives Denken zur Gewohnheit machen? Es ist für mich Selbstverständnis

Was bereitet Ihnen an Ihrer Arbeit besondere Freude? Der gemeinsame Erfolg mit dem Team und viel zufriedene Gäste

Was bedeutet Ihnen Geld? In unserer Wirtschaftsform unumgänglich – ich tausche aber auch gerne ; -))

Womit würden Sie niemals handeln? Mit Menschen, Gefühlen und natürlich der Liebe

Welche Zukunftspläne haben Sie?  Beruflich - eine gute Marke stetig und ehrlich stärken, Privat – weiterhin auf den Felsen der Familie bauen

Wo sehen Sie ihre persönlichen Stärken?  Im Suchen und Finden von neuen Märkten durch Kreativität und meine Umsetzungsstärke breiter Kommunikationstools

Gibt es etwas, das sie in ihrem Leben noch gerne erreichen oder tun würden? Täglich lernen ich und somit entwickeln sich auch immer neue Ziele.

Welche berufliche Erfahrung hat sie am meisten beeinflusst und wie?  Meine drei Jahre mit Gunnar Prokop und meine fünf Jahre mit Frau Gugi Spielbüchler


KURZER ZUR PERSON
Werdegang:

•    1997 Abschluss Studium an der Universität Wien: Marketing Management und Sportwissenschaften
•    1995-97 Betriebsleiter Pharos Fitness Wien
•    1197-2000  Vereinssekretär bei Gunnar Prokop Handballklub Hypo NÖ
•    2000-2001 Senior Consultant Gruber & Partner
•    2002 Der Drang nach Süden in die Heimat meiner Frau Sabine Donner Havelka - Selbständig mit „CSdonner“ Communication Services Donner
•    Seit 14. Nov. 2005 bei Falkensteiner Hotels Katschberg – Marketing- und Salesmanager
•    Handball Bundesliga Spieler bei Union St. Pölten (Juniorenstaatsmeister) ca. 1990 , danach Nachwuchstrainer Österreichischer Meister männl. Jugend D 1991 - Österreichischer Vizemeister männl. Jugend C 1993 und mehrere Landesmeister Titel,
Seit 2002 Hobbysegler und Vorstandsmitglied beim KYC Klagenfurt, Skifahren und Wandern am Katschberg natürlich ;- ))


Mag. Mario Donner
Marketing & Salesmanager

Falkensteiner Hotels Katschberg
Falkensteiner Club Funimation Katschberg****
Falkensteiner Hotel Cristallo****
A-9863  Katschberghöhe
Tel. +43/(0)4734/631 961
Fax +43/(0)4734/631 917

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Fotografiert von: Klaus Kropf Montag, 25. November 2013 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Ilia Krammer

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Im Gespräch mit Ilia Krammer

„Nur in einem Umfeld, das mir die Möglichkeit bietet meine Persönlichkeit zu entfalten, kann ich auch wirklich sein, wie ich bin. Das ist dann auch das, was ich dem Kunden anbiete kann, nämlich 100 Prozent Authentizität“...
 


Diese Wichtigkeit des sich Wohlfühlens spürt man schon, wenn man das Büro von Ilia Willenig-Krammer betritt. Wie genau nun seine Unternehmensphilosophie aussieht und was diese so einzigartig in der Werbelandschaft macht, soll das folgende Interview zeigen.


Die Agentur circle & friends wurde offiziell 2001 gegründet.
Heute führt sie Ilia Willenig-Krammer zusammen mit seiner Frau Diana.

 
Wer ich bin….
Ein guter Morgen beginnt für mich spät
 
Am besten entspannen kann ich mich nicht im Urlaub, sondern mit meinen Kindern.
 
Das schönste an meinem Beruf ist die Herausforderung.
 
Lebensmotto: Keine Angst vor dem Tod zu haben und irgendwann glücklich zu sterben.

 
Welche Philosophie verfolgt Ihr Unternehmen?
Willenig-Krammer: Mein Unternehmen beruht auf dem Netzwerkgedanken. Ich möchte damit bewusst einen Gegenpol zum industriellen Typus bilden. Das impliziert für mich auch, weg von der Oberflächlichkeit hin zu Kultur, Poesie und Tiefgang zu kommen. Nach diesem Vorbild habe ich mir auch das Firmengebäude ausgesucht. Ein Leitmotiv unseres Unternehmen ist “Every brilliant work depends on a genius of a beautiful mind” was so viel bedeutet wie großartige Arbeit hängt von der Genialität eins schönen Geistes ab.
 
Was bieten Sie Ihren Kunden?
Emotionalität ist für meine Art der Arbeit essentiell, denn ich kann mich nur auf etwas einlassen, was ich auch fühle. Was wir unseren Kunden vor allem bieten, ist viel Erfahrung. Dabei steht für mich die Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund. Nur wenn ich das Leben mit all seinen Exzessen und Normalitäten erfahren habe, verfüge ich über das notwendige Potenzial, neue und vielleicht unorthodoxe Wege zu gehen.

 
Ihr Büro verfügt über ein ganz besonderes Flair.
Willenig-Krammer: Da ich in meinem Büro nicht nur arbeite, sondern auch lebe, hat das Wohlfühlen für mich einen besonderen Stellenwert. Mein Unternehmen basiert auf dem Konzept einer Familie, indem die Mitarbeiter als Familienmitglieder gesehen werden. Auch die Einrichtung meines Büros soll diesen Aspekt der Gemütlichkeit und des Prinzips „mi casa es su casa“ (Mein Haus ist ihr Haus, span.) für meine Kunden erfüllen.
 
Welches Arbeitskonzept verfolgen Sie?
Willenig-Krammer: Ich bin ein Befürworter der vernetzten Kommunikation. Dieses Konzept ist auch unter dem Namen cross media bekannt. Wenn wir einen Auftrag bekommen, geht es uns darum, das zu verkaufende Produkt als Geschichte zu inszenieren. Unserem Unternehmen ist es wichtig, bei der Wahl der Werbemittel neue Wege zu gehen. Nur Inserate schalten macht keinen Sinn, außer das jeweilige Produkt passt zu dieser Form der Vermarktung.

 
Warum ist es so wichtig eine Geschichte für das Produkt zu entwickeln?
Willenig-Krammer: Eine Geschichte ruft Emotionen hervor. Es sind nicht nur positive Gefühle erwünscht, auch negative wie Traurigkeit können etwas auslösen. Um ein Produkt oder eine Dienstleistung erfolgreich vermarkten zu können braucht man reale Werte. Danach orientieren sich die Konsumenten. Meine Grundhaltung ist, dass ich nur mit einer Arbeit zufrieden sein kann, hinter der ich 100-prozentig stehe. Deshalb investiere ich auch sehr viel private Zeit in meine Aufträge, da geregelte Arbeitszeiten für meine Arbeitsmentalität hinderlich wären.
 
Sie bezeichnen sich als „enfant terrible“. Wie stehen Sie zur Medienlandschaft in Kärnten?
Willenig-Krammer: Ich persönlich bin kein mediengeiler Mensch. Ein gutes Bild von mir in der Presse zu sehen ist schön, ich steuere es aber nicht bewusst. Ich halte nichts davon, Dinge schön zu reden die ich selbst anders empfinde. Mit dieser Einstellung kann es natürlich sein, dass ich hier und da anecke. Mich stört an der medialen Berichterstattung, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nur bedingt nachkommt.


Ist Ihnen ein Auftrag in besonderer Erinnerung geblieben?
Willenig-Krammer: Natürlich gibt es viele Kunden, die mir in besonderer Erinnerung geblieben sind. Der Auftrag in einem Stift - die Begegnung mit den Priestern - und die besondere Atmosphäre lieferten mir wunderschöne Anregungen. Obwohl dieser Auftrag finanziell nicht so lukrativ war, zählte es viel mehr, mit diesen Menschen in Berührung gekommen zu sein. Auch die Arbeit mit Künstlern macht mir viel Spaß – man kann in eine völlig neue Welt eintauchen.

Der Begriff friends wird im Namen Ihres Unternehmens circle & friends verwendet. Was verstehen Sie dabei unter dem Begriff Freund?
Willenig-Krammer: Dahinter steckt der Netzwerkgedanke, der auch heute noch gelebt wird. Mir ist diese Form der Unternehmensführung sehr wichtig, weil ich in ihr den Vorteil der kontinuierlichen Exklusivität sehe. Wenn ich einen fixen Grafiker beschäftige, so trägt jeder Auftrag seine Handschrift. Es wäre dies dasselbe, wenn ein Regisseur immer wieder die gleichen Schauspieler engagiert.


Wie funktioniert dieser Netzwerkgedanke?
Willenig-Krammer: Unser Unternehmen hat in Kärnten das größte Netzwerk an Kommunikation in der Branche. Zu unserem Team gehören Betriebswirte, Architekten, Investoren und Kreative genauso wie Bühnenbildner, Dekorausstatter; Landschaftsgestalter usw. Somit bieten wir einen Full Service. Eine ständige Herausforderung ist es, Freunde und Beruf zusammenzubringen. Trotz vieler Schwierigkeiten halte ich an diesem Konzept fest. Ein persönliches Anliegen ist die Suche nach neuen Talenten. Wenn ich ein Potenzial erkenne, bin ich auch gerne bereit es zu fördern.

Sie haben den Twister den Carinthian Advertising Award in der Kategorie beste Kampagne für das Almdorf Seinerzeit erhalten? Welche Philosophie wollten Sie in der Kampagne zum Ausdruck bringen?
Willenig-Krammer: In unserer Zeit hat die Geschwindigkeit das Zepter übernommen. Meiner Meinung nach ist Geschwindigkeit zwar im Expertentum gefordert, in anderen Bereichen aber negativ zu bewerten. Der Mensch kommt mit seinen mentalen Bedürfnissen dem Automatismus der Innovation nicht mehr nach. Er verhungert emotional. Einen Gegenpol zu dieser Entwicklung wollten wir mit dem Konzept für das Almdorf Seinerzeit schaffen. Wir haben versucht Kultur umzusetzen. Es ging uns darum, weg vom globalisierten Dorf zu kommen, in dem alles gleich aussieht. Die Individualität und der damit verbundene persönliche Charme sollten zum Ausdruck kommen.

Wo sehen Sie die Herausforderungen im Tourismus?
Willenig-Krammer: Es gilt, alle Ressourcen, die einem zur Verfügung stehen, auch zu nutzen. Ich wehre mich gegen die industrielle Entwicklung im Tourismus. Das Potenzial in dieser Branche liegt darin, Kultur und damit Exklusivität zum Ausdruck zu bringen. Man sollte als Gast die Möglichkeit bekommen, ungezwungen zu sein und trotzdem Luxus genießen zu können. Wir sollten weg von dem Gedanken, dass etwas minderwertig ist, nur weil es nicht international ist. Die Herausforderung der Tourismusbranche liegt darin, Kultur, Land und Leute auf einen Nenner zu bringen.


Sie arbeiten in einem Beruf, der von Ihrer Kreativität lebt. Was bedeutet für Sie Kreativität?
Willenig-Krammer: Kreativität kann nicht erlernt werden, für mich ist sie eine Lebenseinstellung. Kreatives Arbeiten bedeutet, sich nicht mit Durchschnittlichem zufrieden zu geben. Im kreativen Schöpfen darf man sich nicht vor Gefühlen fürchten. Auch eine traurige Geschichte kann ein Produkt oder eine Dienstleistung inszenieren. Die Angst vor Neuem ist für den Kreativprozess tödlich. Offenheit ist das zu befolgende Prinzip. Für mich persönlich hat Kreativität nichts mit Bauchgefühl zu tun. Ein kreativer Einfall bedarf immer einer Reflektion, in der abgewogen wird, ob eine Idee umsetzbar ist oder nicht. Im kreativen Prozess ist es auch wichtig, sich auf die Dinge einzulassen. Das bedeutet, der Geist muss frei sein von persönlichen Barrieren. Die Angst vor Fehlern ist im kreativen Prozess genauso hinderlich, denn sie führt dazu, dass man sich blockiert und seinen Gedanken nicht mehr die Freiheit lässt, für Neues offen zu sein.

Wo liegen die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Kreativität?
Willenig-Krammer: Bei beruflichen Tätigkeiten, in denen Kreativität zur Arbeitsleistung notwendig ist, ist man vielen Belastungen ausgesetzt. Die Beratungsgespräche mit den Kunden in unserem Unternehmen sind sehr intensiv und mir persönlich sehr wichtig. Der Auftrag ist so lange mental präsent, bis ich zu einer Lösung gekommen bin. Somit ist ein Abschalten von der Arbeit während dieser Prozessphase beinahe unmöglich. Kreativität lässt sich nur bedingt abrufen. Vielmehr ist sie ein spontanes Moment, das einem plötzlich widerfahren kann.

Die Werbebranche kämpft mit dem Vorurteil, die Menschen zu belügen. Welchen Stellenwert haben für Sie die Begriffe Wahrheit und Authentizität?
Willenig-Krammer: Einen sehr hohen. Ich habe mich schon von Kunden getrennt, die mit mir in dieser Hinsicht nicht übereingestimmt haben. In meiner Geschäftsbeziehung zu den Kunden ist mir Empathie wichtig. Nur wenn ein gegenseitiges Gefühl von Vertrauen gegeben ist, kann ich mit dem Kunden arbeiten. Sich zu verstellen bedeutet für mich lügen. Deshalb verkörpert mein Unternehmen auch meine persönliche Einstellung, denn nur dann kann ich mich authentisch präsentieren. Nur in einem Umfeld, das mir die Möglichkeit bietet meine Persönlichkeit zu entfalten, kann ich auch wirklich sein, wie ich bin. Das ist dann auch das, was ich dem Kunden anbieten kann, nämlich 100 Prozent Authentizität.

Das Gespräch wurde am 23.11.2012 zum ersten Mal online gestellt.

 

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Fotografiert von: Klaus Kropf Sonntag, 24. November 2013 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 

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